Pfadfinderei

Die Pfadfinder und Pfadfinderinnen sind mit rund 40 Millionen Mitgliedern die weltweit größte internationale Kinder- und Jugendbewegung, deren Mitglieder auf allen Erdteilen und Kontinenten zu internationaler Verständigung aufrufen.

In 224 Ländern und Territorien gibt es Pfadfinder und Pfadfinderinnen, organisiert in 164 nationalen Pfadfinderverbänden. Das weltumspannende Kommunikationsnetz ermöglicht nicht nur viele Begegnungen der Jugendlichen im Sinne der Völkerverständigung, sondern auch wirksame Solidarität in Notzeiten.

Die Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs (PPÖ) sind eine Jugendbewegung,

  • deren JugendleiterInnen ehrenamtlich und gemeinnützig aktiv sind,
  • die auf dem Gebiet der außerschulischen Jugendarbeit und Freizeitpädagogik tätig ist,
  • die Umweltpädagogik als Erziehungsschwerpunkt erkennt und zum verantwortungsbewussten Verhalten in der Umwelt anleitet,
  • die demokratisch aufgebaut ist und sich zu einer freien demokratischen Gesellschaftsordnung bekennt,
  • die interkonfessionell ist, aber Religion als Grundlage der Erziehung betrachtet,
  • die überparteilich ist, aber für aktives gesellschaftspolitisches Engagement ihrer Mitglieder eintritt,
  • die sich zur aktiven Friedenserziehung bekennt, die von den beiden Weltpfadfinderverbänden WOSM – World Organization of the Scout Movement und WAGGGS – World Association of Girl Guides and Girl Scouts als einzige Pfadfinderbewegung Österreichs anerkannt und registriert ist,
  • die als Gründungsmitglied des Österreichischen Bundesjugendrings und seiner Nachfolgeorganisationen in jugendpolitischen Fragen aktiv und tätig ist,
  • die mithilft, junge Menschen zu eigenverantwortlichen Persönlichkeiten und mündigen BürgerInnen zu erziehen.

Pfadfinder und Pfadfinderinnen gibt es auf der ganzen Welt in mehr als 200 Ländern der Erde, mit weltweit gleichen Grundsätzen:

  • Wir sind eine demokratische, parteipolitisch unabhängige Kinder und Jugendorganisation
  • Wir stehen den Angehörigen aller Völker und Religionen offen
  • Wir fördern die Gleichberechtigung und partnerschaftliche Zusammenarbeit
  • Wir erziehen zum Frieden und zum verantwortungsbewussten Verhalten in unserer Umwelt

In Wien gibt es heute ca. 20.000 PfadfinderInnen und Pfadfinderfreunde in rund 60 Gruppen in fast allen Bezirken. In diesen Gruppen sind alle Weltreligionen vertreten, aber auch Kinder ohne Bekenntnis sind uns willkommen. 
Wir achten religiöse Traditionen unserer Mitglieder, sofern diese das Gruppenleben nicht einschränken, ebenso wie diätische Erfordernisse und die geistige und körperliche Entwicklung der Kinder. Chancengleichheit für alle Kinder war bereits eine der Ideen des Gründers der Pfadfinderbewegung Lord Baden Powell, der die heute weltweit größte Kinder- und Jugendorganisation am Beginn des 19. Jahrhunderts in England ins Leben rief.

Die Betreuung der Kinder und Jugendlichen erfolgt durch junge Erwachsene, die in einem 4- stufigen Ausbildungsprogramm (Dauer: 3 Jahre) auf ihre Aufgaben als Jugendleiterinnen und Jugendleiter vorbereitet werden. Alle PfadfinderleiterInnen sind ehrenamtlich und gemeinnützig in ihrer Freizeit aktiv und stehen für ein Gespräch jederzeit zur Verfügung.

Pfadfinder, Pfadfinderin sein, heißt: mit Freunden die Freizeit aktiv erleben, eigene Ideen entwickeln und auch in die Tat umsetzen. Die Vielfalt der Möglichkeiten erkennen und auch ausnützen – mitgestalten und Verantwortung übernehmen. Und das unabhängig von Staatsbürgerschaft, Religion, Alter oder Hautfarbe!

Offen für alle

Die „Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs“ sind eine demokratische, parteipolitisch unabhängige Kinder- und Jugendbewegung, die Menschen aller Hautfarben und aller Religionsgemeinschaften offen steht. Wir treten für Umweltschutz ein, fördern partnerschaftliche Zusammenarbeit und erziehen zum Frieden.

Weltweit verbunden

Die Pfadfinder und Pfadfinderinnen sind die größte Kinder- und Jugendbewegung der Welt. 38 Millionen Mitglieder in über 200 Ländern auf allen Kontinenten haben das gleiche Ziel: Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg zum engagierten Erwachsenen zu begleiten.

Die Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs sind anerkannt durch die beiden Weltverbände World Association of Girl Guides and Girl Scouts und World Organization of the Scout Movement, die als beratende Mitglieder der Vereinten Nationen tätig sind.

Auch in deiner Nähe

In Österreich gibt es rund 85.000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind in über 300 Gruppen in allen neun Bundesländern aktiv und im Dachverband der „Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs“ organisiert.

Mit Hand, Herz und Hirn

…so können die Mädchen und Buben ihre Talente und Fähigkeiten entdecken und zu eigenverantwortlichen Persönlichkeiten heranwachsen. Dazu bieten wir Kindern und Jugendlichen vielfältige Möglichkeiten, Teamfähigkeit, Gemeinschaft, Toleranz, kritisches Denken, Rücksicht auf die Natur und die Umwelt zu erleben und zu erlernen. Viele erfolgreiche Persönlichkeiten haben ihre Bereitschaft zum verantwortungsvollen Handeln bei den Pfadfindern erworben.

Lernen durch Tun

Das pädagogische Konzept der Pfadfinder und Pfadfinderinnen geht auf den Engländer Robert Baden-Powell zurück und beruht auf der Kleingruppe etwa gleichaltriger Kinder oder Jugendlicher, die nach dem Prinzip „Learning by doing“ gemeinsam Erfahrungen sammeln. Heute als „Outdoor-Pädagogik“ in aller Munde sind die typische Methoden der Pfadfinderbewegung wie Zeltlager, Wanderungen und Teamwork fast 100 Jahre nach dem Entstehen der ersten Gruppen aktueller denn je.

Jugendarbeit auf höchstem Niveau

Alle PfadfinderleiterInnen sind ehrenamtlich in ihrer Freizeit aktiv. Die Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs bilden junge Erwachsene in einem vierstufigen Ausbildungsprogramm über einen Zeitraum von rund drei Jahren zu JugendleiterInnen aus. Schwerpunkte dieser Ausbildung sind Methoden der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Persönlichkeitsentwicklung und Grundlagen der Gruppendynamik.

Demokratie und Frieden erleben

Wir sind Mitglied der größten Kinder- und Jugendbewegung der Welt. Durch gelebte Demokratie und internationale Begegnungen leisten wir einen nachhaltigen Beitrag für den Frieden.

Kritisch, parteipolitisch unabhängig sein

Wir ermutigen zu kritischem Denken. Wir beschäftigen uns auch mit gesellschaftspolitischen Herausforderungen, bewahren dabei jedoch unsere parteipolitische Unabhängigkeit.

Unsere Umwelt beachten, die Natur schützen

Wir ermutigen unsere Kinder und Jugendlichen aktiv für den Natur- und Umweltschutz einzutreten.

Gemeinschaft erleben, Kompetenzen stärken

Wir bieten Kindern und Jugendlichen eine Gemeinschaft in der sie ihre Stärken und ihre soziale Kompetenzen weiter entwickeln können und fördern die ganzheitliche Entwicklung unserer Mitglieder. Durch die altersgemäße Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen stärken wir deren Teamfähigkeit und Zivilcourage. Wir sehen diese Mitbestimmung als Voraussetzung und Chance unsere Bewegung offen zu gestalten und ständig weiter zu entwickeln.

Bedürfnisse erkennen, Individualität fördern

Wir fördern Kinder und Jugendliche entsprechend ihrer altersgemäßen und geschlechtsspezifischen Bedürfnisse. Ein wesentlicher Aspekt dabei ist der offene und sensible Umgang mit ihrer religiösen und ethnischen Herkunft. Die Förderung der persönlichen Religiosität ist uns wichtig. Wir sind offen für Menschen mit Behinderungen. Sie bringen ihre Fähigkeiten in die Gemeinschaft ein.

Abenteuer erleben

Unsere besondere Stärke ist die pädagogische Arbeit für und mit Kindern und Jugendlichen von 7-20 Jahren. Wir setzen unser Programm mit Hilfe qualifiziert ausgebildeter Kinder- und JugendleiterInnen in ganz Österreich um.

Ehrenamtlich aktiv sein, Fähigkeiten nützen

Unsere ehrenamtlichen MitarbeiterInnen gestalten die Gesellschaft im jeweiligen persönlichen Umfeld verantwortungsvoll mit. Sie schöpfen ihre Motivation aus dem Sinn ihres sozialen Engagements sowie aus dem Wert von persönlichen Freundschaften innerhalb der Bewegung. Unsere Kinder- und JugendleiterInnen entwickeln sich sowohl durch Erfahrungsaustausch, durch das Lernen in der Gruppe, durch persönliche Weiterbildung als auch auf Ausbildungsseminaren weiter. Die erworbenen Fähigkeiten und Kompetenzen können sie auch über ihre pfadfinderische Tätigkeit hinaus nutzen.

Ständige Weiterentwicklung fordern und fördern

Unser Kinder- und Jugendprogramm und die Aus- und Weiterbildung der Kinder- und JugendleiterInnen werden auf Basis unserer Grundsätze kontinuierlich weiter entwickelt. Diese Weiterentwicklung basiert auf regelmäßiger Evaluierung, ständigem Austausch unserer Kinder- und JugendleiterInnen untereinander sowie auf dem Einbringen von persönlichen Erfahrungen aus dem privaten und beruflichen Umfeld.

Wir fördern die ganzheitliche Entwicklung von jungen Menschen zu eigenverantwortlichen Persönlichkeiten durch ein Wertesystem, das auf Gesetz und Versprechen der Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs aufbaut.

Wir helfen mit, eine bessere Welt zu schaffen, in der Menschen ihr Potenzial entfalten und sich aus ihrem Glauben in der Gesellschaft engagieren.

Das erreichen wir, indem wir die „PfadfinderInnenmethode“ anwenden, bei der jede und jeder Einzelne Verantwortung für die eigene Entwicklung zu einer engagierten, hilfsbereiten, selbstständigen und verantwortungsvollen Person übernimmt.

Mut zum Abenteuer

Wir Pfadfinderinnen und Pfadfinder bekennen uns zum Abenteuer. Mutig Neues wagen, die eigenen
Grenzen austesten, Veränderungen nicht scheuen und aus Erfahrungen lernen: Courage ist
unsere Grundhaltung. Wir wollen, dass Kinder und Jugendliche auch in Zukunft Abenteuer erleben,
experimentieren und so die Konsequenzen des eigenen Verhaltens einschätzen können. Wir
ermutigen sie, eigenständig zu handeln und den Risiken im Leben nicht auszuweichen, sondern
sich verantwortungsvoll auf sie einzulassen. Als Bewegung denken wir mutig in neue Richtungen,
erproben Unbekanntes und treten öffentlich für unsere Anliegen ein.

Gelebte Vielfalt

Ein zentraler Wert unserer Bewegung ist die Vielfalt in allen Belangen – besonders die Vielfalt
unserer Mitglieder. Ob Unterschiede bei Herkunft, Religion, Alter, Geschlecht, körperlichen und
geistigen Fähigkeiten oder sexueller Orientierung: Wir schätzen alle Menschen und leben diese
Vielfalt in unserem Verband. Wir binden alle gleichermaßen ein, denn durch Vielfalt können wir
voneinander lernen und sind auf Herausforderungen besser vorbereitet. So vielfältig wie unsere
Mitglieder ist auch unser Programm, das alle Lebensbereiche anspricht.

Die Kinder- und Jugendbewegung

Wir verstehen die Pfadfinderei als eine Bewegung, in deren Mittelpunkt junge Menschen stehen.
Unsere Werte in Gesetz und Versprechen vereinen uns über regionale Grenzen hinweg: jeder und
jede fühlt sich als Teil der PPÖ und der weltweiten Pfadfinderinnen- und Pfadfindergemeinschaft.
Mit einem professionellen Rahmen (anerkannte pädagogische Ausbildung, einfache Strukturen,
gezielte Öffentlichkeitsarbeit, Fundraising, …) ermöglichen wir den notwendigen Freiraum für die
Umsetzung des Pfadfinderinnen- und Pfadfindergedankens. Als bedeutende Kinder- und Jugendbewegung
machen wir uns jugendpolitisch für junge Menschen stark und verschaffen ihnen Gehör in der Gesellschaft.

Selbstbestimmte Entfaltung

Unser Ziel ist es, jungen Menschen Verantwortungs- und Selbstbewusstsein zu vermitteln. In
Schule, Ausbildung und Beruf ist unsere Zeit meist fremdbestimmt; als Ausgleich dazu bieten wir
Kindern und Jugendlichen einen Raum für individuelle Entfaltung, bestimmt durch die eigenen
Bedürfnisse, Talente und das eigene Tempo. Die PfadfinderInnenmethode soll sie in ihrer Entwicklung
herausfordern und ihre persönliche Verwirklichung im Leben ermöglichen. Als Teil
einer demokratischen Gemeinschaft hat jede und jeder einen Stellenwert: Wir schätzen die Individualität
aller Menschen und stehen besonders für die Rechte von Kindern ein.

Nachhaltiges Engagement

Uns zeichnen das ehrenamtliche Engagement unzähliger Freiwilliger und der Einsatz unserer
Kinder und Jugendlichen in der Gesellschaft aus. Nur mit Rücksicht, Solidarität und Wertschätzung
gegenüber Menschen und Natur ist langfristig ein gutes Zusammenleben möglich. Mit
unserem Engagement wollen wir einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass unsere Welt auch
in Zukunft für alle Menschen lebenswert ist. Ob Friedenserziehung, Rücksicht auf menschliche
Kraftressourcen, Beteiligung der Jugend bei Entscheidungen oder ökologisch verantwortungsvolles
Handeln – wir setzen uns für Chancengleichheit ein und leben Nachhaltigkeit konsequent auf
allen Ebenen.

Um optimal auf die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen einzugehen, gibt es bei den PfadfinderInnen vier Altersstufen

Wichtel und Wölflinge (7 – 10 Jahre)

Die jüngsten PfadfinderInnen heißen Wichtel (Mädchen) und Wölflinge (Buben). Spielerisch entwickeln sie ihre kindliche Persönlichkeit und entdecken ihre Fähigkeiten und Talente. Die LeiterInnen stehen als Bezugspersonen im Mittelpunkt der Gemeinschaft.

Wichtel und Wölflinge schließen viele Freundschaften und entdecken in der Gemeinschaft immer wieder Neues. Sie erfahren etwas über ihren Lebensraum, basteln und singen. Spiel, Spaß und Bewegung kommen nicht zu kurz. Sie schlüpfen bei Spielgeschichten in andere Rollen, lassen der Fantasie freien Lauf und bewegen sich in der freien Natur.

Guides und Späher (10 – 13 Jahre)

Guides (Mädchen) und Späher (Buben) erleben in selbstgewählten Kleingruppen ein abwechslungsreiches und von ihnen mitgestaltetes Programm. Dabei bieten Abenteuer im Rahmen von Outdoor-Camps und Wanderungen den Mädchen und Buben prägende Erlebnisse.

Viele Aktivitäten finden in der Natur statt und reichen vom Umgang mit Werkzeug, gemeinsamem Kochen, Spiel und Spaß bis zur Auseinandersetzung mit der Lebenswelt, in der die Kinder leben. Die LeiterInnen unterstützen sie schrittweise ein Team zu werden. Das heißt, Verantwortung für sich und ihre Kleingruppe zu übernehmen. Dabei erkennen die Guides und Späher ihre eigenen Qualitäten und bringen sie in ihre Kleingruppe ein.

Caravelles und Explorer (13 – 16 Jahre)

Caravelles (Mädchen) und Explorer (Burschen) finden sich je nach Interesse in Kleingruppen zusammen. Die Jugendlichen bringen ihre eigenen Ideen ins Programm ein und handeln bei der Planung und Durchführung eigener Unternehmungen immer selbständiger.

Die LeiterInnen unterstützen die Jugendlichen, wo immer sie ihre Hilfe brauchen. Für Caravelles und Explorer ist es wichtig, gemeinsam etwas zu bewegen und Zusammengehörigkeit nicht nur zu Hause, sondern über Grenzen und Völker hinweg zu erfahren. Internationale Treffen geben den Jugendlichen die Chance, interkulturelles Zusammenleben hautnah zu erleben.

Ranger und Rover (16 – 20 Jahre)

Ranger (Mädchen) und Rover (Burschen) befassen sich mit selbstgewählten Themen. Im Sinne der gesellschaftspolitischen Relevanz machen sie mit ihren Projekten einen Schritt aus der Pfadfindergruppe heraus in unsere Gesellschaft.

Die LeiterInnen begleiten die jungen Erwachsenen bei ihren Aktivitäten. Ranger und Rover erleben eine Gruppe von Freunden mit viel Spaß, Abenteuer und Action. Sie stellen sich den Herausforderungen, die das Leben bietet. Ranger und Rover nehmen nach und nach ihr Leben immer mehr selbst in die Hand.

Das Pfadfinderprogramm orientiert sich an der altersspezifischen Entwicklung der Kinder und Jugendlichen und gliedert sich in acht gleichwertige Schwerpunkte.

Diese Schwerpunkte lauten:

  • Spirituelles Leben
  • Verantwortungsbewusstes Leben in der Gemeinschaft
  • Weltweite Verbundenheit
  • Kritisches Auseinandersetzen mit sich und der Umwelt
  • Einfaches und naturverbundenes Leben
  • Bereitschaft zum Abenteuer des Lebens
  • Schöpferisches Tun
  • Körperbewusstsein und gesundes Leben

Diese Schwerpunkte werden in altersgemäßen Gemeinschaftsformen (Kleingruppen) vermittelt. Die dabei angewendeten Methoden reichen vom spielerischen Lernen bis zur strukturierten Projektarbeit. Im Hinblick auf das Erziehungsziel ist dabei

  • Lernen durch sinnvolles Tätigsein („Learning by doing“)
  • Üben von demokratischen Verhaltensweisen
  • Sensibilisieren für Unrecht und Unfrieden
  • gewaltfreies Lösen von Konflikten
  • Lernen und Üben von umweltgerechtem Verhalten

besonders wichtig.

Spirituelles Leben bedeutet …

Spirituelles Leben

  • grundlegende Aspekte des Lebens, wie Emotionen, Rituale, Glaube, Ethik und Religion, erleben und sich damit auseinandersetzen,
  • sich bewusst mit Fragen nach den persönlichen Werten, den eigenen spirituellen Wurzeln und dem Sinn des Lebens beschäftigen,
  • sich mit der eigenen Religion und/oder Weltanschauung auseinandersetzen, sowie
  • verschiedene Zugänge zu Spiritualität kennen- und respektieren lernen.

Verantwortungsbewusstes Leben in der Gemeinschaft bedeutet …

Verantwortungsbewusstes Leben in der Gemeinschaft

  • die eigenen Fähigkeiten erkennen und sie in die Gemeinschaft einbringen,
  • Verantwortung übernehmen und das Leben in der Gemeinschaft mitgestalten,
  • Fähigkeiten und Eigenheiten anderer akzeptieren sowie
  • demokratisches Verhalten erlernen.

Weltweite Verbundenheit bedeutet …

Weltweite Verbundeheit

  • die eigene Kultur verstehen und sich damit auseinandersetzen,
  • sich für andere Menschen, Länder, Kulturen und Religionen interessieren und diesen offen begegnen,
  • Ängste und Vorurteile vermeiden und Verständnis für andere entwickeln, um einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander zu leben sowie
  • Wege zur Konfliktbewältigung erlernen und sich aktiv für ein friedliches Zusammenleben einsetzen.

Kritisches Auseinandersetzen mit sich und der Umwelt bedeutet …

Kritisches Auseinandersetzen mit sich und der Umwelt

  • schrittweise die eigene Lebensweise, Stärken und Schwächen, das eigene Denken, Handeln und Kommunizieren hinterfragen,
  • einen Platz in der Gesellschaft finden und die eigenen Rollen in den verschiedenen Gemeinschaften regelmäßig überprüfen,
  • die nähere und weitere Umwelt und gesellschaftliche Normen kritisch hinterfragen sowie
  • Missstände erkennen und aufzeigen und aktiv an der Gestaltung einer besseren Welt mitwirken.

Einfaches und naturverbundenes Leben bedeutet …

Einfaches und naturverbundenes Leben

  • sich achtsam und aufmerksam in der Natur verhalten,
  • Zusammenhänge in der Natur verstehen und eine Verbundenheit mit der Natur entwickeln,
  • Technik und Ressourcen bewusst und angemessen nutzen sowie
  • aktiv Umweltschutz betreiben.

Bereitschaft zum Abenteuer des Lebens bedeutet …

Bereitschaft zum Abenteuer des Lebens

  • Herausforderungen annehmen, Neues ausprobieren und mutig sein,
  • überlegte Entscheidungen treffen und konsequent sein sowie
  • den Herausforderungen des Lebens positiv begegnen.

Schöpferisches Tun bedeutet …

Schöpferisches Tun

  • die eigenen kreativen Talente entdecken, weiterentwickeln und in ihrer Vielfalt ausleben,
  • neue kreative Möglichkeiten und Techniken ausprobieren sowie
  • eigene Ideen, Gefühle und Gedanken fantasievoll ausdrücken.

Körperbewusstsein und gesundes Leben bedeutet …

Körperbewusstsein und gesundes Leben

  • Bewusstsein für den eigenen Körper entwickeln,
  • die eigenen körperlichen Grenzen kennenlernen,
  • eine gesunde Lebensweise führen sowie
  • die eigene Geschlechtsidentität entdecken und entwickeln.

In Österreich gibt es derzeit etwa 85.000 Pfadfinder und Pfadfinderinnen. Die Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs sind in 300 Gruppen organisiert, die sich auf alle neun Bundesländer verteilen.

In diesen Gruppen finden die wöchentlichen Heimabende statt. Daneben gibt es Ausflüge, Wochenendlager bzw. Pfingst- und Sommerlager.

Regelmäßige Veranstaltungen im Pfadfinderjahr sind Sozialaktionen zum Projekt „Helfen mit Herz und Hand“ (HHH), mit dem Selbsthilfeprojekte in Dritte-Welt-Ländern unterstützt werden, die von PfadfinderInnen vor Ort begleitet und durchgeführt werden.

Die JugendleiterInnen absolvieren eine vierstufige mehrjährige Ausbildung, die aus Seminaren, schriftlichen Arbeiten aber vor allem Erfahrungsaustausch und Reflexion der Arbeit besteht.

Durch die dreimal jährlich erscheinende Zeitung „PPÖ-Brief“ (Link) werden die MitarbeiterInnen, JugendleiterInnen sowie Freunde regelmäßig über die Geschehnisse inner- und außerhalb des Verbandes informiert.

Die österreichischen Pfadfindergruppen und ihre ehrenamtlichen JugendleiterInnen und MitarbeiterInnen veranstalten jährlich rund:

  • 100.000 Heimabende (à 1,5 Stunden)
  • 10.000 Ausflüge
  • 9.000 Wochenend- und Pfingstlager
  • 600 Sommerlager mit insgesamt rund 15.000 Kindern und Jugendlichen
  • 200.000 Verpflegstage auf Sommerlagern