Für die Wichtel und Wölflinge ging es dieses Jahr nach Mühlbach am Hochkönig auf Sommerlager. Die Freude war groß, der Rucksack noch größer. Eine Woche voller guter Laune, Natur und Spannung stand bevor. Nach einer kurvenreichen Busfahrt endlich am Lagerplatz angekommen, begegneten wir einem lediglich von einem Lendenschurz bedeckten Jüngling mit zerzausten Haaren und schmutzigem Gesicht.

Wer konnte das nur sein? Und wieso rannte er bei solch schlechtem Wetter leider schüttete es am Anfang des Lagers in derartig knapper Bekleidung durch Wald und Wiesen? Schnell wurde es den Kindern klar. Natürlich! Es war Mowgli aus dem Dschungel! Er war äußerst aufgekratzt und erklärte den Kindern, dass er ihre Hilfe bräuchte, da die „rote Blume“ verschwunden war. Sie sollten mit ihm herausfinden, wer sie gestohlen hatte und gemeinsam mit Mowgli versuchen, sie zurückzubekommen. Nichts leichter als das! Durch ihren ausgeprägten Scharfsinn und ihre Kombinationsgabe gelang es den WiWö rasch das Rätsel zu lösen: kein geringerer als Affe King Lui hatte die „rote Blume“ das Feuer gestohlen, da er wie die Menschen sein wollte.
Allerdings blieb es nicht bei diesem einen seltsamen Ereignis: bald darauf trafen die Kinder Heidi und Ziegenpeter, welche mittlerweile erwachsen waren und ihre Liebe füreinander entdeckt hatten.

Die Kinder sollten ihnen helfen, gemeinsam mit Heidis Busenfreundin Clara (mittlerweile eine renommierte Wedding-Plannerin) die Hochzeit der beiden zu organisieren. Es war eine wirklich schöne Feier, bei der kaum ein Auge trocken und kein (Kinder!-)Sektglas leer blieb.

An einem anderen Tag erschienen die Kinder uns ungewöhnlich ruhig und müde und wollten beim Aufwecken tatsächlich noch weiterschlafen, anstatt laut schreiend schon eine Stunde vor Weckruf mit dem Tempo von Duracell-Kaninchen durch die Gänge zu rasen oder eine morgendliche „ZimmerPyjama-Modenschau“ zu veranstalten. Was war nur in der Nacht passiert? Wieso verhielten sich die Kinder alle so seltsam? Die ausführliche Befragung der Wichtel und Wölflinge ergab: sie wurden in der Nacht wohl von einem Paar geweckt und in den Wald geschickt, wo sie einer bösen Hexe vor einen Lebkuchenhaus begegneten, welche sie überlisten und in ihren eigenen Ofen stecken mussten! Das klingt ja beinahe wie in „Hänsel und Gretel“… Na kein Wunder, dass sie am nächsten Morgen so komisch drauf wahren. Ein Glück, dass ihnen nichts passiert ist!

Aber was hatten all diese merkwürdigen Ereignisse miteinander zu tun? Wieso tauchten die ganze Zeit komische Gestalten auf? Es dauerte nicht mehr lang, bis wir des Rätsels Lösung fanden. Als ein Wichtel und ein Wölfling eines Tages zwei Besen aus der Abstellkammer holen wollten, machten sie eine überraschende Entdeckung: unter einer Schicht von Spinnweben fanden sie im engen, staubigen Kämmerlein eine schlafende Dame mit altmodischer Kleidung und Brille auf der Nase. Natürlich mussten wir sie aufwecken, um herauszufinden, was es damit nun wieder auf sich hatte. Es stellte sich heraus, dass es sich dabei um eine alte Bibliothekarin handelte, welche beim Lesen eines Buches so fest eingeschlafen war, dass sie die letzten Jahrzehnte komplett verpasst hatte und gar nicht mitbekommen hatte, dass die einstige Bibliothek mittlerweile ein Jugendgästehaus war. Wir luden die konfuse Dame ein, mit uns Mittag zu essen, um sich ein wenig zu beruhigen, jedoch wartete schon der nächste Schreck. Beim Verzehr der Buchstabensuppe geschah etwas Unglaubliches: die Buchstaben der Suppe formten in einigen Tellern auf einmal Wörter! So war unter anderem plötzlich „Hilfe“,
„Wir sind in Gefahr“ oder „Erwin“ zu lesen.

Gemeinsam mit der Bibliothekarin überlegten wir, was diese sonderbaren Nudelbotschaften wohl bedeuten sollten. Die Kinder berichteten ihr, was sich in den letzten Tagen alles Merkwürdiges bei uns zugetragen hatte. Mithilfe der Bibliothekarin und einer freundlichen Hexe, der wir auf der Wanderung begegneten, fanden wir schließlich heraus: bei den Gestalten handelte es sich immer um Cha-

raktere aus Büchern. Sie waren in unsere Welt gelangt, weil jemand sie aus ihren Büchern verdrängt hatte. Ein Jemand namens…Erwin! So wie es schon die Nachricht aus Teigwaren prophezeit hatte! Aber wer war dieser Erwin? Und warum war er so wütend? Die Bibliothekarin konnte sich an kein Buch erinnern, in dem ein Erwin vorkam…obwohl…da war doch was! Vor langer Zeit las sie einmal das Buch „Die Heldentaten des glorreichen Edwin“! Ja, Edwin nicht Erwin. Aber vielleicht hatte es ja trotzdem etwas damit zu tun? Wir sahen uns das Buch nochmal genauer an und siehe da: an einer kleinen, unbedeutenden Stelle im dicken Wälzer gab

es tatsächlich einen Erwin! Er war jedoch…nur ein Druckfehler. Das war es also. Erwin fühlte sich so klein und unbedeutend und war genervt, weil er keine eigene Geschichte hatte und niemand ihm Aufmerksamkeit schenkte. Deshalb verdrängte er Charaktere aus verschiedensten Büchern und nahm ihren Platz ein, so dass es auf einmal „Schneewittchen und die sieben Erwins“ oder „Die Leiden des jungen Erwin“ hieß.
Durch das Zerstören des Buches war es jedoch mit dem Schrecken des Erwin nicht getan. Jener wurde auf diese Weise nämlich in unsere Welt transportiert und hatte immer noch das gleiche Ziel: Aufmerksamkeit erlangen und dazu war ihm jedes Mittel recht. Er versuchte durch schreckliche

Offizieller WiWö-Lagersong 2016
Auf dem diesjährigen WiWö-Sommerlager in Mühlbach am Hochkönig gab es eine ganz besondere Überraschung: einen eigenen WiWö-Lagersong den „Lagerohrwurm“! Hier der komplette Songtext zum „In-Erinnerungen-schwelgen“ und
„Zuhause-singen“! Viel Spaß!
Lagerohrwurm
(Zur Melodie von „Hero Of War“)

1. Strophe:
Mit Rucksack bepackt, ziehen wir los
die Schuhe geschnürt, die Freude ist groß.
Wir Schotten blau-gelb, rot-weiß kariert, top motiviert.
Der Motor stoppt, endlich hinaus,
der Anblick des Königs, ich fühl mich zuhaus’!
Die Wiese so weit, die Berge so nah, bereit für’s SoLa.

Refrain:
Gemeinsam am Feuer, in seinem Schein, Schulter an Schulter, stimmen wir ein!
Die Funken der Freundschaft tragen uns rauf, zu den Zinnen des Königs, zum Gipfel hinauf.

2. Strophe:
Schimmernder Tau, der Morgen bricht an
sanft scheint die Sonne auf Fichte und Tann’.
Gleich ob es regnet, stürmt oder schneit, allzeit bereit.
Fremde Gestalten, die sonst keiner sieht
wir gehen mit ihnen, wer weiß was geschieht.
Das Gute wird siegen, das Schöne besteht, das Böse
verweht.

Taten für Aufsehen zu sorgen: so schrumpfte er den Pariser Eiffelturm, entführte einige der WiWö und wagte es sogar, die Kiosk-Süßigkeiten in Gemüse zu verwandeln! Zum Glück konnten die Kinder alles wieder berichtigen und halfen Erwin das zu bekommen, was er immer schon wollte: eine eigene Geschichte. Sie dachten sich verschiedene Kapitel seines Buches aus, welche er dann durchleben musste, um letztendlich in sein Buch zu gelangen, in dem er endlich der Hauptcharakter ist.
So ging wiedermal ein aufregendes Lager zu Ende und es wurde Zeit nachhause zu fahren. Und wenn wir nicht gestorben sind, dann freuen wir uns auf’s nächste SoLa!