Wie jedes Lager beginnt auch jenes der Ranger und Rover mit dem Aufbau. Abgesehen vom üblichen Lagerinventar, Zelte, Küche und Essstelle, müssen die RaRo jedoch weitere besonders wichtige Bauten und Konstruktionen errichten.

Da wäre zum einen die Jurte, jenes schwarze, große Zelt mit einem Loch im Dach um darin Feuer zu machen. Diesmal wurde die Jurte kurzerhand in eine Art Gastwirtschaft umfunktioniert. Dazu benötigt man natürlich Sitzgelegenheiten, eine Schank und natürlich ein Schild. All das wurde von uns gebaut, wobei das Schild sicherlich der arbeitsaufwendigste Schritt war; es wurde daran eine Woche lang gearbeitet, da es handgeschnitzt und bemalt wurde. Voilà, die Gastwirtschaft „zum Flaschenzug“ (das Dach der Jurte kann mit einem Flaschenzug gehoben oder gesenkt werden) war eröffnet.
Ein weiterer Gegenstand, ohne den ein RaRo Sommerlager undenkbar wäre, ist der Pool. An dieser Stelle wäre üblicherweise nicht viel zu schreiben, außer vielleicht Schlauch rein, Wasser marsch und warten, einzig wir hatten keinen Schlauch, der zu unserem Lagerplatz ging. So wurde der Pool durch das Schleppen von Kanistern, Töpfen und sonstigen Behältern gefüllt, wobei auch der zum Teil sehr starke Regenfall und ausgeklügelte Regenauffangbehältnisse ebenfalls halfen. Der Regen war generell aber kein Problem für uns denn wir bauten auch einen überdachten Grillplatz, außerdem kühlte er angenehm nach den sehr heißen Nachmittagen.
Nachdem die wichtigste Infrastruktur errichtet wurde begann das eigentliche Programm. Neu war die 24 Stunden Wanderung bei der in zweier oder dreier Gruppen, wie der Name schon sagt, 24 Stunden lang gewandert wird. Übernachtet wurde wo man Platz fand.

Eine Gruppe schlief mitten im Wald, die andere unter dem Carport vom Walter. Dass es ausgerechnet bei der Gruppe im Wald zu regnen begann, während die Gegend um Walters Carport trocken blieb war wohl Schicksal. Etwas nass und ermüdet kehrten dann alle am nächsten Tag wieder zum Lagerplatz zurück um sich auf das bevorstehende Besucherwochenende vorzubereiten.
Das Besucherwochenende selbst war ein voller Erfolg. Es kamen viele Gäste, die sich beim Planschen im Pool und bei einer Partie Minigolf erquickten. Das legendäre „Kino unter Sternen“ fand dieses

Jahr wetterbedingt nicht unter Sternen statt, sondern im extra dafür umgebauten Küchenzelt.
In der zweiten Woche besuchte die Rotte eine Bio-Joghurtmolkerei, die sich auf Joghurt aus Schaf und Ziegenmilch spezialisiert, aber auch Eis herstellte. Die Verkostung mit Testung einiger neuer Produkte, darf man sich nicht wie eine normale Verkostung vorstellen, bei der der Verkostende nur mickrige Portionen kriegt. Nein, nein! Hier wurde Joghurt und Eis becherweise probiert. Es war ein Festmahl der heimischen Biojoghurtszene!
Ein weiterer, etwas besinnlicherer Ausflug verschlug uns in das Stift Schlierbach, einer Zisterzienserabtei mit der wohl barocksten Barockkirche, die es in diesem Land gibt.

Das grande finale des Lagers war die drei Tageswanderung, die uns über die Kremsmauer an einem atemberaubenden Wasserfall vorbei ins verschlafene Grünau brachte. Von dort aus wanderten wir am nächsten Tag bis zum Kaisertisch, direkt am Fuße des Traunstein.
Das Ziel war klar: Vom Kaisertisch zum Kaiserschmarren auf der Hütte, uns stand noch ein kräfteraubender Aufstieg bevor! Mit jedem Höhenmeter den wir am schroffen Traunstein erklommen wurde der Blick auf den immer tiefer im Tal liegenden Traunsee unfassbarer. Und nach sechs Stunden war das Ziel die Hütte mit dem Kaiserschmarren
erreicht. Von dort aus blickten wir dem Sonnenuntergang entgegen, sahen links die majestätischen Alpen, vor uns den Traunsee und rechts die Ausläufe der Berge ins Flachland; über uns flogen die Segelflieger. Was für 1 Lifen

Am nächsten Tag folgte der Gipfelsturm und Luca Ploderer legte sein Versprechen auf 1691 m ab. Anschließend ging es über den besonders steilen Hernlersteig wieder gen Tal und unten angekommen sofort in den erfrischenden Traunsee, dann (leider) auch schon zum Zug nach Wien.